Arthroseforum · 05. November 2026 — Jetzt anmelden →

Knorpelschäden in Gelenken betreffen längst nicht nur Profisportler, sondern auch Freizeit- und Hobbysportler. Auch Nichtsportler können durch einen Unfall oder durch langjährige Belastung einen Knorpelschaden erleiden. Moderne, teilweise minimalinvasive knorpelchirurgische Eingriffe ermöglichen es heute, solche Schäden biologisch zu reparieren. Dadurch kann auch das Risiko, später eine Arthrose zu entwickeln, reduziert werden. Prof. Dr. med. Robert Kilger ist auf Knie- und Fusschirurgie spezialisiert und verbindet operative Präzision mit sportmedizinischem Verständnis.

PROF. DR. MED. ROBERT KILGER, ORTHOPÄDIE ST.GALLEN / EPIONA GRUPPE

FÜR WEN IST EINE KNORPELTRANSPLANTATION GEEIGNET?

Knorpel besitzt nur eine sehr eingeschränkte eigene Regenerationsfähigkeit. Bei umschriebenen Knorpeldefekten – häufig nach Sportunfällen oder durch wiederholte Mikrotraumata – kann eine biologische Rekonstruktion sinnvoll sein. Je nach Defektgröße und -tiefe stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung: knochenmarkstimulierende Techniken, zellbasierte Verfahren oder die Transplantation körpereigener Knorpelzellen. Ziel ist es, eine möglichst belastbare und funktionsfähige Knorpeloberfläche wiederherzustellen. Dabei spielt das Alter eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist vielmehr, dass der umgebende Knorpel noch keine oder nur geringfügige Abnutzungserscheinungen aufweist. Sobald eine Arthrose fortschreitet, wird die Möglichkeit eines erfolgreichen Knorpelaufbaus zunehmend geringer. Aus diesem Grund kann bei fortgeschrittener Arthrose in der Regel kein Knorpelaufbau mehr durchgeführt werden.

WIE UNTERSCHEIDET SICH DIESE BEHANDLUNG VON EINER PROTHESE?

Der Knorpelaufbau bzw. die Knorpeltransplantation ist im Gegensatz zur Gelenkprothese eine gelenkerhaltende Therapie. Dabei wird versucht, den Ursprungszustand des betroffenen Gelenks wiederherzustellen. Somit fühlt sich das Ergebnis auch wie ein natürliches Gelenk an, was bei Prothesen nicht immer der Fall ist. Moderne Operationstechniken und standardisierte Implantationsverfahren ermöglichen heute eine sehr präzise Auffüllung des Knorpeldefekts sowie eine stabile biologische Integration in das umliegende Gewebe.

WANN DARF MAN NACH EINER KNORPELOPERATION WIEDER SPORT TREIBEN?

Das hängt stark von der Art des Sports ab. Sportarten wie Fahrradfahren oder Schwimmen können häufig bereits nach etwa acht Wochen wieder aufgenommen werden. Andere Sportarten mit Stoßbelastung auf das betroffene Gelenk dürfen jedoch in der Regel erst nach etwa sechs Monaten ausgeübt werden. Wichtig ist dabei die enge Zusammenarbeit zwischen dem behandelnden Arzt, dem Physiotherapeuten und dem Patienten. Dann steht einer erfolgreichen Regeneration des Gelenks nichts im Wege.

Vorher: in Weiß ausgedünnter Knorpeldefekt ersichtlich

Nachher: Der weiße, geschädigte Bereich ist wieder aufgefüllt. Das transportierte Knorpelgewebe ist nun in den Defekt integriert, die Gelenkoberfläche wiederhergestellt und das Risiko einer Arthrose deutlich reduziert.

SIE SIND SEIT KURZEM IN ST. GALLEN. WO WAREN SIE VORHER?

Bevor ich nach St. Gallen kam, war ich Partner der Orthopädie am Rhy in Basel und vorher leitender Arzt für Sporttraumatologie und Endoprothetik im Bereich Knie- und Fusschirurgie an der ATOS Klinik in München. Seit 2014 bin ich Professor an der Carl Remigius Medical School in Frankfurt. Meine Facharztausbildung absolvierte ich hauptsächlich in Basel, ergänzt durch ein Research and Clinical Fellowship an der University of Pittsburgh (USA). Die Epiona Gruppe steht für ein interdisziplinäres, multimodales Behandlungskonzept rund um Schmerz und Bewegung mit dem Anspruch, Patientinnen und Patienten ganzheitlich und auf hohem fachlichem Niveau zu betreuen.

ZUR PERSON

Prof. Dr. med. Robert Kilger (53)
Verheiratet, vier Kinder

Facharzt für Orthopädie und Traumatologie Schwerpunkt Knie- und Fusschirurgie
Orthopädie St. Gallen

Medizinisches Zentrum der Epiona Gruppe Rosenbergstrasse 42b ortho-sg.ch I info@ortho-sg.ch

WELCHEN SPORT BETREIBEN SIE?

Als aktiver Sportler (Brasilianisches Jiu-Jitsu, Paragliding, Skifahren) verbinde ich medizinische Expertise mit einem praxisnahen Verständnis für sportliche Belastungen und Verletzungen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Aron Huber

Dipl. Physiotherapeut

Standortleitung Orthophysio Herisau

Titel:
Dipl. Physiotherapeut (2015 Bad Waldsee)

Fort- und Weiterbildungen:

Sport- und Gymnastiklehrer
Funktionelle Manuelle Therapie
Manuelle Lymphdrainage
Medical Taping Concept
Staatlich anerkannten Trainer C Leistungssport Tennis

Berufliche Tätigkeiten:
Orthophysio seit 2019
Physio im Zentrum Wittenbach 2015 – 2019

Sprache:
Deutsch, Englisch

Standort:
Herisau / St. Gallen

EMail: physio@ortho-sg.ch

+41 71 228 88 99

Montag bis Freitag

08:00 – 12:00 / 14:00 – 17:00